Hochwasser der Elbe und das Pretziener Wehr

Hochwasser 2002 Hochwasser 2003
Bei kritischem Hochwasser der Elbe und Erreichen des Pegelstandes von 5,92 m am Messpunkt Barby/Elbe wird das Wehr gezogen. Die Berechnung einer zuverlässigen Wasserstandsvorhersage erfolgt zuvor mit Hilfe eines rechnergestützten Elbmodells. Um das Wehr zu öffnen, müssen insgesamt 324 Schutztafeln mit Hilfe von Elektrowinden hochgezogen werden. Anschließend werden die freistehenden Losständer mit besonderen Winden ausgeklinkt und gewinkelt, um einen freien Durchfluss auch bei Eisgang oder vielem Schwemmgut zu erreichen. Diese Öffnung dauert mehrere Stunden.
Das Pretziener Wehr wird geöffnet
Bei Hochwasser der Elbe werden zunächst die Pretziener Nachtweide und die Dornburger Niederung überflutet, hier können ca. acht Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Bei weiter steigendem Pegelstand und wenn keine weiteren Wassermassen hier aufgenommen werden können wird das Pretziener Wehr geöffnet.
Das Wehr im voll geöffneten Zustand
Durch das Wehr fließen je nach Pegelstand mehr als 600 m³ Wasser pro Sekunde durch den Umflutkanal, dem Flusslauf der Alten Elbe, dass sind ca. 35% der Wassermassen der Elbe. Diese fließen dann wieder bei Biederitz (hinter Magdeburg) in die Elbe, die Städte Magdeburg und Schönebeck werden so wirkungsvoll vor größeren Überschwemmungen bewahrt.
Mitarbeiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) beim Hochziehen der Schutztafeln
Nach dem Abfließen der Hochwasserspitze und Erreichen eines Wasserstandes von 5,25 m am Pegel Barby wird das Pretziener Wehr wieder geschlossen. Im Anschluss wird das Dornburger Siel geöffnet, um das Wasser von den überfluteten Wiesen ablaufen zu lassen.

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